Vor Ort in
Osterholz

Lernen für Berufe mit Zukunft

Alle Berufsbildenden Schulen an einem Ort – und das in modernen Gebäuden, die digitales und vernetztes Lernen möglich machen. Diese Vision hat der Landkreis Osterholz mit einem Förderkredit aus dem Programm Kommunaler Infrastrukturkredit Niedersachsen der NBank umgesetzt. Es ist die größte Investition, die der Landkreis bislang realisiert hat.

Das neue Schulgebäude verbindet moderne Architektur mit klimafreundlicher Technik.

Lerncoaching statt Frontalunterricht, offene Begegnungsräume statt langer trister Flure, und individuelle, digital vernetzte Fachbereiche statt Standard-Klassenzimmern für alle: So sieht die neue Hauptstelle der Berufsbildenden Schulen in Osterholz-Scharmbeck aus, die im September 2025 Eröffnung gefeiert hat.

Mehr als 60 Millionen Euro investiert der Landkreis Osterholz insgesamt in den Um- und Ausbau des neuen Schulzentrums – die größte Investition, die der Landkreis je umgesetzt hat. Für Landrat Bernd Lütjen ist es eine Investition in die Zukunftsfähigkeit nicht nur der Berufsbildenden Schulen, sondern des ganzen Landkreises: „Der Neubau der Berufsbildenden Schulen trägt zur Transformation und Zukunftsfähigkeit bei, indem er eine moderne Lernumgebung schafft, die den Anforderungen der neuen Arbeitswelten gerecht wird.“

Fachkräfte mit Zukunftskompetenzen

Die Berufsbildenden Schulen bilden die qualifizierten Fachkräfte der Zukunft aus, die den aktuellen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes gewachsen sind. Damit sind sie besonders wichtig für die mittelständischen Unternehmen aus allen Branchen im Landkreis. Als klar war, dass die Berufsbildenden Schulen eine neue Heimat brauchen, hat sich der Landkreis daher entschieden, gerade kein Standard-Schulgebäude nach dem Prinzip „klassische Flurschule“ zu bauen.

Stattdessen wurde ein neues, zeitgemäßes Schulkonzept entwickelt, berichtet Katharina Wagner, stellvertretende Leiterin des Immobilienmanagements beim Landkreis Osterholz. „An den Berufsbildenden Schulen gibt es ganz unterschiedliche Raumbedürfnisse“, erklärt sie. Daher hat jeder Fachbereich nun eine eigene, individuell gestaltete Heimat bekommen: „Theorie- und Praxisräume liegen rund um einen zentralen, offenen Begegnungsraum angeordnet.“ So können Schülerinnen und Schüler theoretisch erlernte Inhalte direkt anwenden und gemeinsam einüben.

In der Werkstatt arbeiten Auszubildende mit 2 echten E-Fahrzeugen.

Eine Heimat für jeden Fachbereich

Für den Fachbereich Sozialpädagogik gibt es neben offenen Lernbereichen und Unterrichtsräumen zum Beispiel auch zwei Kreativwerkstätten, einen Musikraum und einen Psychomotorikraum. Der Fachbereich Pflege hat Fachräume für häusliche und stationäre Pflegepraxis, eine Hauswirtschaftsküche sowie einen Wäschepflegeraum bekommen. Und im Erdgeschoss tüfteln die KfZ-Mechaniker in einer modernen Werkstatt, einem Diagnose-Labor und einem Labor für Elektromobilität, für das eigens 2 E-Fahrzeuge angeschafft wurden.

„Mit dem neuen Konzept unterstützen wir den Wissens- und Technologietransfer in die Lehrpläne und damit in die regionalen Betriebe“

„Mit dem neuen Konzept unterstützen wir den Wissens- und Technologietransfer in die Lehrpläne und damit in die regionalen Betriebe“, sagt Landrat Lütjen. „Das ist für die Unternehmen im Mittelstand und Handwerk essenziell. Sie brauchen eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung, um damit auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu sein im Werben um die hochqualifizierten Auszubildenden.“ Der Neubau der Berufsbildenden Schulen, betont er, sei mehr als ein Bauprojekt. „Es ist ein strategischer Standortfaktor für den Landkreis und eine gute Grundlage für die Zukunftsfähigkeit der regionalen Wirtschaft.“

Effizient und flexibel finanziert

Dabei war es wichtig, die Investition möglichst effizient und zu günstigen Konditionen zu finanzieren. Der Landkreis Osterholz stehe, „wie die gesamte kommunale Ebene“, vor großen Herausforderungen aufgrund von enormen finanziellen Engpässen, sagt Lütjen. „Daher stellt die Sicherung der finanziellen Mittel für notwendige Investitionen, aber auch laufende Ausgaben eine zentrale Herausforderung dar, wenn wir wichtige Themen wie die Investition in Bildung, Infrastruktur, den Klimaschutz und die Rekrutierung von gut ausgebildetem Personal in Zeiten des digitalen Wandels gewährleisten wollen.“

Ein Kreditangebot der NBank, für das die Fördermittelexperten aus dem Bereich Kommunale Finanzierung passende Förderangebote zum Einsatz gebracht haben, hat dabei geholfen, die Investition in die neuen Berufsbildenden Schulen und in weitere Investitionsprojekte langfristig und günstig zu finanzieren.

Transformation ermöglichen und Zukunft sichern

Insgesamt rund 33 Millionen Euro betrug das Kreditvolumen, das die NBank über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Verfügung stellt, 25 Millionen Euro davon fließen in den Neubau und Umbau der Berufsschulgebäude. „Durch die Förderangebote konnten wir das ganze Bauprojekt unter neusten Gesichtspunkten des Klimaschutzes und der Energieeffizienz umsetzen“, sagt Landrat Lütjen. Das senkt in Zukunft die laufenden Kosten für die Energieversorgung und verbessert die CO2-Bilanz. So ist in Osterholz-Scharmbeck ein Ort entstanden, der zeigt: Es lohnt sich, Lösungen für die kommunale Infrastruktur neu zu denken. Denn: Transformation ist Zukunftssicherung. 

MÖGLICH GEMACHT
MIT NBANK INVEST

Christian Kropp

Kommunalberater und Infrastrukturexperte
Seit 2004 Möglichmacher bei der NBank

„Dem Landkreis Osterholz ist mit der Neugestaltung der Berufsbildenden Schulen ein großer Modernisierungsschritt gelungen, von dem die Unternehmen im Landkreis und auch in den umliegenden Kommunen profitieren werden. Das neue Schulzentrum macht Ausbildungsberufe attraktiv für die junge Generation. Auch bei der Finanzierung hat der Landkreis sehr vorausschauend und zukunftsorientiert geplant: Das über die NBank abgerufene Kreditvolumen in Höhe von 33 Millionen Euro kommt nicht nur für die Hauptinvestition an der Berufsschule zum Einsatz. Auch einige kleinere Infrastrukturprojekte werden daraus mitfinanziert, zum Beispiel der Bau von Glasfaserleitungen, Straßen und Investitionen in das Krankenhaus. Durch diese Bündelung der Mittel gelingt es, die Gesamtkosten der Finanzierung für den Landkreis zu senken – und so auch die finanzielle Zukunftsfähigkeit der Region zu stärken.“

Die Investition
auf einen Blick

Was verändert sich?

Die Berufsbildenden Schulen Osterholz-Scharmbeck bekommen moderne Schulgebäude an einem neuen, zentralen Standort.

Der Landkreis Osterholz investiert insgesamt rund 60 Millionen Euro.

Die NBank fördert mit einem Förderkredit aus dem Programm Kommunaler Infrastrukturkredit Niedersachsen in Höhe von 33 Millionen Euro.

Die Ausbildung in den Unternehmen im Landkreis und den umliegenden Kommunen wird attraktiver – damit leistet die Investition einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und gegen den Fachkräftemangel.

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