GELEITWORT DES NIEDERSÄCHSISCHEN MINISTERPRÄSIDENTEN
OLAF LIES
Die niedersächsische Wirtschaft befindet sich in einem strukturellen Umbruch: Mit der zwingend erforderlichen Dekarbonisierung, der Digitalisierung und den Herausforderungen des demografischen Wandels stehen die Unternehmen vor komplexen Veränderungen und Anpassungsbedarfen. Zeitgleich fordern disruptive und unkalkulierbare Krisen und das sich wandelnde geopolitische und -ökonomische Umfeld eine zügige Stärkung der Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts.
Als Förderinstitut des Landes Niedersachsen ist es Auftrag der NBank, Investitionen anzustoßen und die wirtschaftliche Entwicklung im Land nachhaltig zu fördern. Kaum ein anderer Akteur verfügt über derart viel Erfahrung bei der Begleitung von unternehmerischen Veränderungsprozessen. Ob Innovationsförderung, Mittelstandsfinanzierung oder kommunale Infrastruktur – die NBank kennt sich damit aus, wie man Projekte strukturiert und finanziert.
„Als Niedersächsische Landesregierung wollen wir die NBank zu einer Investitionsbank entwickeln. Dieses Ziel wird durch die Einbringung eines Teils des Wohnraum- und Wohnquartierförderfonds in das Eigenkapital der NBank konsequent umgesetzt“
Die eingebrachten Mittel stärken das Eigenkapital der NBank auf der einen Seite und stehen auf der anderen Seite den Zwecken und Zielen der sozialen Wohnraumförderung weiterhin ungeschmälert zur Verfügung. Angestrebt ist eine Einbringung zur Mitte des Jahres 2026.
Diese Eigenkapitalstärkung ist wichtig, um künftig als Investitionsbank ein noch breiteres Produktportfolio anbieten zu können. Die NBank soll in Zukunft deutlich mehr attraktive Kredite ausgeben können und damit unter anderem den Umbau der niedersächsischen Wirtschaft und damit deren Stärkung begleiten. Die Rolle der NBank in der Förderpolitik des Landes und bei der Finanzierung der enormen Investitionsbedarfe wird weiterentwickelt, und zugleich wird ihr Profil deutlich geschärft.
Zudem verringern wir zum Jahresanfang 2026 mit Änderungen des rechtlichen Rahmens den bürokratischen Aufwand im Förderrecht des Landes deutlich, um Investitionen und Förderverfahren in Niedersachsen einfacher, schneller und digitaler zu gestalten – sowohl für Zuwendungsempfangende als auch für die die Förderungen bewilligende NBank.
Förderprogramme des Landes können damit deutlich vereinfacht und beschleunigt werden. Die Prüfung von Verwendungsnachweisen wird spürbar verschlankt. Zudem können die Zuwendungsempfangenden von Nachweispflichten befreit, kleine und mittlere Vorhaben früher begonnen sowie Fördermittel länger verwendet werden.
Die Initiative der Landesregierung „Einfacher, schneller, günstiger“ hat viele Facetten. Neben Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Infrastrukturförderung ist der Wohnungsbau eine der zentralen Säulen für die Zukunftsfähigkeit Niedersachsens. Wohnen ist weit mehr als ein Grundbedürfnis – es ist die Basis für gesellschaftlichen Zusammenhalt, soziale Stabilität und individuelle Lebensqualität. Hinzu kommt, dass attraktiver Wohnraum auch das Werben um dringend benötigte Arbeitskräfte erleichtert.
Daher setzt die NBank die Angebote zur Wohnraumförderung des Landes um: Wohnen muss bezahlbar bleiben. Besonders in Zeiten wachsender Urbanisierung, steigender Mieten und des demografischen Wandels gewinnt die Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum immer mehr an Bedeutung. Das bedeutet mehr Neubau in den Wachstumsräumen, mehr Modernisierung und Umbau im ländlichen Raum. Mit der Neufassung der Niedersächsischen Bauordnung haben wir hier einen wahren Meilenstein gesetzt, um Bauen kostengünstiger, schneller und bürokratieärmer zu gestalten.
Durch eine auf die Zukunft gerichtete Politik und Förderung legen wir die Basis für eine erfolgreiche Fortentwicklung des Landes.