Im Gespräch
mit dem Vorstand

„Wir schaffen Chancen für Niedersachsen.“

Im Jahr 2025 verzeichnete die NBank ein Rekordfördervolumen – getrieben von einem deutlichen Wachstum bei Krediten. Im Gespräch erläutern die Vorstände Michael Kiesewetter und Sonja Schwarz, wie sich die NBank als Investitions- und Förderbank weiterentwickelt und Wirtschaft und Kommunen in Niedersachsen noch gezielter unterstützt.

Herr Kiesewetter, Frau Schwarz, der positive Trend geht weiter: Das Jahr 2025 war für die NBank erneut ein Rekordjahr. Welchen Anteil daran hatte der Transformationsprozess, den die NBank angestoßen hat?

Michael Kiesewetter: Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass die strategische Neuausrichtung der NBank bereits wirkt. Wir haben ein Fördervolumen von über 1,82 Milliarden Euro erreicht, deutlich über acht Prozent mehr als im Vorjahr. Dieses Wachstum basiert vor allem auf dem Kreditgeschäft, das in allen Bereichen deutlich zulegen konnte – von der Wirtschaftsförderung über die Infrastrukturförderung bis hin zur Wohnraumförderung.

Sonja Schwarz: Dahinter steht ein klarer Kurs: Unsere Förderung soll gezielt Investitionen ermöglichen, die Chancen für Niedersachsen schaffen und die Transformation voranbringen – langfristig, wirkungsorientiert und mit messbarem Mehrwert. Das erfolgreiche Jahr 2025 ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich. Es zeigt, dass die NBank heute stärker denn je als zentrale Partnerin an der Seite von Land, Wirtschaft und Kommunen steht.

Sie haben die positive Entwicklung bei geförderten Krediten angesprochen. Wo zeigt sich dieses Wachstum besonders deutlich?

Kiesewetter: Der stärkste Treiber ist die Infrastrukturförderung. Mit mehr als 860 Millionen Euro haben wir hier ein neues Rekordniveau erreicht. Insbesondere das Volumen der Kommunalkredite ist gestiegen – um 36 Prozent. Dabei geht es um Investitionen in Schulen, Kitas, Sporthallen und digitale Netze, also in Bereiche, die für die Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit der Kommunen entscheidend sind. Auch die Wohnraumförderung hat sich stark entwickelt: Wir konnten rund 20 Prozent mehr Wohnungen bewilligen. Nach dem Hochwasser im Jahr 2023 spielte der Wiederaufbau öffentlicher Infrastruktur weiterhin eine große Rolle. Zudem haben wir in der Wirtschaftsförderung beim Kreditvolumen zugelegt – von 15 auf mehr als 92 Millionen Euro.

Welche Rolle spielt dabei das neue Konsortialgeschäft, bei dem sie Projekte gemeinsam mit privaten und kommunalen Kreditinstituten finanzieren?

Schwarz: Gerade in der Wirtschaftsförderung ist das Konsortialgeschäft ein wesentlicher Impulsgeber. Mit diesem Instrument bündeln wir unsere Förderung mit der Finanzkraft anderer Kreditinstitute, um größere Projekte gemeinsam zu realisieren. So können wir Investitionen gezielt ermöglichen und die Wirkung unserer Förderprogramme weiter erhöhen. Schon im ersten Jahr liegt das Volumen bei rund 70 Millionen Euro – ein starker Auftakt für ein Programm, das künftig noch wichtiger werden wird.

Und welche Rolle wird die klassische Zuschussförderung einnehmen?

Schwarz: Zuschüsse bleiben ein zentrales Element unserer Förderung – aber sie allein reichen nicht mehr aus, um die großen Zukunftsaufgaben in Niedersachsen zu bewältigen. Es wird auch auf die kluge Kombination von Zuschuss und Darlehen ankommen. Themen wie erneuerbare Energien, Digitalisierung oder Infrastruktur erfordern aber langfristige Finanzierungen und Investitionen. Um den Wandel aktiv zu begleiten und Chancen zu entfalten, bauen wir unser Kreditgeschäft konsequent aus.

Das Land Niedersachsen unterstützt diesen Kurs, indem es mehr Eigenkapital bereitstellt. Welche Bedeutung hat das für die neue Rolle der NBank als Investitionsbank?

Kiesewetter: Das ist ein echter Meilenstein: Das zusätzliche Eigenkapital verschafft uns den finanziellen Spielraum, neue Förderangebote zu entwickeln – besonders neue Darlehens- und Beteiligungsprodukte – und Mittel am Kapitalmarkt aufzunehmen. Die Basis dafür legt ein Teil des Wohnraum und Wohnquartierförderfonds, der 2026 in das Eigenkapital der NBank überführt wird. Dann können wir das Land noch besser unterstützen. Unser erstklassiges Rating unterstreicht zudem unsere Stabilität und verschafft uns gute Refinanzierungsbedingungen – davon profitieren unsere Kundinnen und Kunden.

Wie geht es strategisch weiter? Wo liegen die Schwerpunkte für 2026 und darüber hinaus?

Kiesewetter: Wir haben bereits eine starke Basis für zukünftige Entwicklungen geschaffen – von den Kommunalkrediten über das Konsortialgeschäft bis zur Wohnraumförderung. 2026 werden wir diesen Weg konsequent weitergehen: Wir bauen unser Kreditgeschäft und Darlehensportfolio weiter aus und investieren bankintern weiter in digitale, effiziente Prozesse.

Schwarz: Unsere Förderprozesse sollen künftig noch einfacher, schneller und transparenter werden. Dafür schaffen wir jetzt die Voraussetzungen. Für unsere Kundinnen und Kunden bedeutet das: geringere Komplexität, schnellere Entscheidungen und größere Verlässlichkeit – von der Arbeitsmarktförderung über Wohnraum oder Gründungsvorhaben bis zum kommunalen Großprojekt.

Suche