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Lingen

Neues Leben im alten Bahnhof

Die Stadt Lingen (Ems) verwandelt mit Unterstützung des Förderprogramms „Resiliente Innenstädte“ der NBank ihren historischen Bahnhof in einen modernen Treffpunkt – mit Gastronomie, Serviceangeboten und nachhaltiger Energieversorgung.

Neue Strukturen entstehen im alten Bahnhofsgebäude.

Mitten in Lingen (Ems) entsteht derzeit ein Ort, der Geschichte, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung miteinander verbindet. Die Stadtverwaltung saniert das historische Bahnhofsgebäude umfassend und gestaltet es zu einem modernen Begegnungsraum um – unterstützt durch Fördermittel der NBank aus dem Programm „Resiliente Innenstädte“. Im Januar 2024 haben die Bauarbeiten begonnen. Rund 9,5 Millionen Euro investiert die Stadt Lingen in die Modernisierung des denkmalgeschützten Gebäudes. Die NBank fördert das Vorhaben mit rund 2,8 Millionen Euro, ergänzt durch eine KfW-Kofinanzierung in Höhe von 454.000 Euro und einer Finanzierung der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) in Höhe von 578.000 Euro. Im Juni 2026 soll der neue Bahnhof fertiggestellt sein.

Das historische Erbe von Lingen

„Der Bahnhof ist für Lingen seit jeher ein zentraler Ort – funktional, historisch und emotional“, sagt Oberbürgermeister Dieter Krone. Ziel der Sanierung sei es, das Gebäude äußerlich möglichst nah an den Zustand um 1850 zurückzuführen und so zu einem attraktiven Tor zur Innenstadt zu machen. Rundbögen, Sandsteinelemente und Fenster werden nach historischem Vorbild wiederhergestellt und die Symmetrie des Gebäudes betont.

Die historische Bausubstanz ist dabei Herausforderung und Lösung zugleich: Alte Bahnhofshallen beeindrucken durch ihre Höhe, bieten aber wenig nutzbare Fläche. In Lingen (Ems) haben die Verantwortlichen das architektonische Potenzial clever genutzt und eine zweite Ebene eingezogen. Dadurch entsteht Raum für eine Gastronomie, ein Reisebüro mit einem Bahnkarten-Ticketverkauf, ein sogenanntes „Kümmererbüro“ sowie konsumfreie Aufenthaltsbereiche mit Sitzgelegenheiten – also Orte, die zum Verweilen einladen. Von der oberen Empore aus können Gäste künftig in die große Halle blicken.

Denkmalschutz trifft Energieeffizienz

Die Stadt reagiert mit dem Projekt auf die strukturellen Veränderungen, die viele Innenstädte betreffen: weniger Einzelhandel, mehr Leerstand, sinkende Besucherfrequenzen. Das Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ setzt genau hier an. Es unterstützt Kommunen dabei, zentrale Orte aufzuwerten, den Nutzungsmix zu erweitern und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Der Lingener Bahnhof ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie gezielte Investitionen helfen, Innenstädte als lebendige Zentren zu erhalten – auch jenseits des reinen Konsums.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der energetischen Modernisierung. Das Gebäude soll die Energieeffizienzklasse „Denkmal-NH“ erreichen – eine hohe Vorgabe für ein Objekt unter Denkmalschutz. Um das zu ermöglichen, wird das Bahnhofsgebäude gedämmt, erhält eine Wärmepumpe und wird über eine Photovoltaikanlage mit Strom versorgt. „Da die Dachstruktur des Bahnhofs denkmalgeschützt ist, kam eine direkte Installation dort nicht infrage“, erklärt der Erste Stadtrat und Stadtbaurat Lothar Schreinemacher. „Gemeinsam mit der Denkmalschutzbehörde und der NBank haben wir eine Lösung gefunden, die sowohl die historische Substanz schützt als auch unseren Nachhaltigkeitsanspruch erfüllt.“ Eine PV-Anlage auf einem nahegelegenen Gebäude speist künftig den Strom für den Bahnhof ein. Damit sendet die Stadt ein klares Signal: Klimaschutz und Denkmalschutz schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.

Die Bauarbeiten werten den Bahnhof nachhaltig auf.

Resiliente Innenstädte fördern

Mit dem Umbau zeigt die Stadt Lingen (Ems), wie öffentliche Förderung sichtbar wirken und die nachhaltige Transformation in niedersächsischen Kommunen unterstützen kann. „Die NBank war ein verlässlicher und kompetenter Partner. Besonders hilfreich war die frühzeitige Beratung und die enge Begleitung während der gesamten Projektphase. Dadurch konnten wir viele Fragen zur Förderfähigkeit und zur praktischen Umsetzung zügig klären“, so der Erste Stadtrat.

Im Sommer 2026 soll der neue Bahnhof seine Türen öffnen. Als moderne Visitenkarte der Stadt wird er die Stadt repräsentieren – offen, einladend und zukunftsorientiert. OB Krone ist sich sicher: „Wenn die Menschen stolz auf dieses Gebäude sind und es als Teil ihrer Stadt begreifen, dann war das Projekt ein Erfolg.“

Transformation ermöglichen und Zukunft sichern

Insgesamt rund 33 Millionen Euro betrug das Kreditvolumen, das die NBank über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Verfügung stellt, 25 Millionen Euro davon fließen in den Neubau und Umbau der Berufsschulgebäude. „Durch die Förderangebote konnten wir das ganze Bauprojekt unter neusten Gesichtspunkten des Klimaschutzes und der Energieeffizienz umsetzen“, sagt Landrat Lütjen. Das senkt in Zukunft die laufenden Kosten für die Energieversorgung und verbessert die CO2-Bilanz. So ist in Osterholz-Scharmbeck ein Ort entstanden, der zeigt: Es lohnt sich, Lösungen für die kommunale Infrastruktur neu zu denken. Denn: Transformation ist Zukunftssicherung. 

MÖGLICH GEMACHT mit
Resiliente Innenstädte

Pascal Betker

Sachbearbeiter des Programms Resiliente Innenstädte
Seit 2021 Möglichmacher bei der NBank

„Mit dem Umbau des historischen Bahnhofs investiert Lingen (Ems) in die Zukunft seiner Innenstadt. Das Projekt steht exemplarisch für die Ziele unseres Programms „Resiliente Innenstädte“: zentrale Orte stärken, neue Nutzungsmöglichkeiten schaffen und die Aufenthaltsqualität steigern. Der Bahnhof wird zu einem lebendigen Ort, der Geschichte bewahrt und zugleich den Wandel gestaltet. Die Verbindung aus Denkmalschutz, Energieeffizienz und moderner Stadtgestaltung zeigt, wie öffentliche Förderung ganzheitlich wirken kann – sichtbar, nachhaltig und mit echtem Mehrwert für die Menschen vor Ort.“

Die Investition
auf einen Blick

Was verändert sich in Lingen?

Die Stadt Lingen verwandelt das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude in ein modernes, multifunktionales Begegnungszentrum als neues „Tor zur Innenstadt“.

Die Stadt investiert insgesamt rund 9,5 Millionen Euro in die Neugestaltung und energetische Modernisierung des Bahnhofs.

Die NBank fördert das Transformationsprojekt mit 2,8 Millionen Euro aus dem Programm „Resiliente Innenstädte“. Die KfW co-finanziert den Umbau mit einer Förderung in Höhe von rund 454.000 Euro.

Das Projekt zeigt, wie Denkmalschutz, Klimaschutz und Stadtentwicklung zusammenkommen und eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtgestaltung möglich machen.

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