Vor Ort in
LÜNEBURG
Ein Ökosystem für Veränderung
Mit der Entwicklungsfläche Bilmer Berg II in Lüneburg entsteht ein neues, modernes Gewerbegebiet. Damit schafft die Hansestadt erstmals in Zusammenarbeit mit der WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH dringend benötigten Raum für Wachstum, Innovation und neue Unternehmensansiedlungen. Im Interview erläutert Jens Wrede von der WLH, was das interkommunale Projekt auszeichnet – und wie die Konsortialfinanzierung der NBank und der Volksbank Lüneburger Heide die Investition möglich gemacht hat.
Warum ist die Gewerbeflächenentwicklung wichtig für die Unternehmen und die Zukunftsfähigkeit der Region?
Jens Wrede: Unternehmen haben ganz unterschiedliche Gründe, nach passenden Gewerbeflächen zu suchen: wenn sie expandieren, neue Kapazitäten und Arbeitskräfte brauchen, moderne und effiziente Anlagen planen oder wenn bestehende Standorte nicht mehr passend sind – etwa, weil Handwerksbetriebe in Ortslagen durch Lärm oder Verkehr an ihre Grenzen stoßen. Auch Startups benötigen Raum für ihre Entwicklung. Ohne neue Gewerbeflächen droht einer Region der Verlust von Wachstum, Innovation und Arbeitsplätzen, weil Unternehmen sonst abwandern.
Für welche Unternehmen und Branchen ist der neue Gewerbepark Bilmer Berg II geeignet?
Wrede: Wir legen besonderen Wert auf mittelständische Betriebe. Sie prägen die Wirtschaftsstruktur in der südlichen Metropolregion Hamburg und sind häufig echte Hidden Champions. Einen festen Branchenschwerpunkt verfolgen wir nicht. Wichtig ist uns, ein attraktives Angebot für expandierende und neue Unternehmen zu schaffen – und davon gibt es in der Region viele.
Welche Bedarfe adressiert die neue Fläche konkret?
Wrede: In der Region Lüneburg stehen nur wenige Flächen zur Besiedelung bereit. Während umliegende Gemeinden wie Embsen, Vastorf und Bardowick noch kleinere Grundstücke anbieten können, gibt es in Lüneburg selbst derzeit kaum Optionen. Viele Unternehmen suchen seit längerem nach einer lokalen Erweiterungsmöglichkeit. Diese Lücke schließen wir nun.
Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Wrede: Die starke Zusammenarbeit über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus: Die WLH, die Hansestadt Lüneburg und die lokale Politik ziehen an einem Strang. Zudem entsteht direkt angrenzend ein Sportpark, der zusätzliche Impulse setzen wird. Spannend war auch die archäologische Untersuchung, bei der die Forschenden eine große Siedlung aus der römischen Kaiserzeit mit zahlreichen Keramikfragmenten und über 100 Brennfeueröfen gefunden haben. Das ist die bislang größte bekannte Ausgrabung dieser Art im Stadtgebiet. Parallel dazu haben wir eng mit der Autobahn GmbH kooperiert, da das Areal direkt an der A39 liegt.
Was zeichnet einen modernen, nachhaltig geplanten Gewerbepark heute aus?
Wrede: Wir stellen Gewerbeflächen mit der Erschließung komplett fertig, bepflanzen also auch gleich und warten nicht erst die Besiedelung ab. Dabei legen wir Wert auf heimische Gehölze, offene Regenwasserversickerung und attraktive Grünflächen, wenn die Stadt das bei ihrer Grünplanung wünscht. Außerdem orientieren wir uns bei der Erschließung von Gewerbegebieten an den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB). In Lüneburg kommt hinzu, dass der geplante Sportpark positive Effekte für das Umfeld haben wird. Noch können wir keine Versprechungen machen, aber sport- und freizeitbezogene Unternehmen würden wir natürlich sehr gern sehen.
Um diese Investition zu stemmen, haben sich die NBank und die Volksbank Lüneburger Heide zu einer Konsortialfinanzierung zusammengeschlossen. Wie ist die gemeinsame Finanzierung zustande gekommen?
Wrede: Wir haben die Finanzierung gemeinsam mit der NBank und der Volksbank Lüneburger Heide konzipiert. Die Landesregierung hat die Gewerbeflächenbereitstellung als wichtige Aufgabe erkannt und mit der NBank eine Möglichkeit zur Finanzierung dieser wichtigen Aufgabe bereitgestellt. Von der Gesamtinvestition in Höhe von 40 Millionen Euro stellt die NBank 10 Millionen Euro für die anteilige Finanzierung von Flächenerwerb, Planung und Erschließung bereit. Schon aus früheren Projekten wie der Förderung unseres Gründungszentrums in Buchholz – dem ISI-Zentrum für Gründung, Business und Innovation – kennen wir die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Gibt es bereits Anfragen von Unternehmen?
Wrede: Ja, schon in frühen Überlegungen gab es feste Interessenbekundungen. Seit Start des Bebauungsplanverfahrens wurden rund zwei Dutzend Anfragen in die engere Liste aufgenommen. Auch wenn sich einzelne Unternehmen später anders entschieden haben, bleibt das Interesse hoch – ein guter Indikator für einen erfolgreichen Ansiedlungsstart.
MÖGLICH GEMACHT
DANK KONSORTIALFINANZIERUNG
Niels-Ole Müller
Mitarbeiter in der Kreditfinanzierung
Seit 2023 Möglichmacher bei der NBank
„Unser Finanzierungsangebot in der Wirtschaftsförderung reicht von kleineren Darlehen wie dem Mikrostarter-Kredit für einzelne Unternehmen bis hin zu großvolumigen Konsortialkrediten beispielsweise für niedersächsische Infrastrukturmaßnahmen, die wir gemeinsam mit Banken umsetzen. Die NBank ist ein sehr guter Partner für Konsortialfinanzierungen, weil wir als wettbewerbsneutraler Anbieter die Banken unterstützen, das Finanzierungsrisiko auf mehrere Schultern zu verteilen. Das ist gerade bei größeren Investitionen wichtig, die für die nachhaltige und digitale Transformation der Wirtschaft notwendig sind. Der Gewerbepark Bilmer Berg 2 ist ein tolles Beispiel für ein Projekt, das wichtige Wachstumsimpulse weit über den Standort selbst hinaus schafft. Die NBank hat das Darlehen aus Eigenmitteln finanziert und gemeinsam mit der Volksbank Lüneburger Heide umgesetzt.”
Die Investition auf einen Blick
Was verändert sich am Standort Lüneburg?
Mit dem Bilmer Berg II entsteht ein neues, strategisch wichtiges Gewerbegebiet, das dringend benötigte Flächen für bestehende Unternehmen, Wachstumsbetriebe und Neuansiedlungen schafft.
In was wird konkret investiert?
Die WLH Wirtschaftsförderung im Landkreis Harburg GmbH investiert rund 40 Millionen Euro in den Erwerb, die Planung, die Erschließung und die vollständige Entwicklung der Gewerbeflächen.
Wie fördert die NBank das Projekt?
Die NBank unterstützt die Gewerbeflächenentwicklung im Rahmen einer Konsortialfinanzierung mit 10 Millionen Euro an Eigenmitteln.
Welche Veränderungsimpulse trägt die Investition ins Land?
Die Gewerbeflächenentwicklung am Bilmer Berg II stärkt die regionale Wirtschaft, schafft Raum für Wachstum und neue Unternehmensansiedlungen und löst Folgeinvestitionen aus. Mit moderner Infrastruktur und attraktiven Bedingungen trägt das Projekt zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit der Region bei.
Nachgefragt bei
FABIAN KURZ
„Das Rating ist ein Meilenstein“
Im Herbst 2025 ist die NBank das erste Mal von der internationalen Ratingagentur Fitch bewertet worden – und das mit der Bestnote AAA. Fabian Kurz, Bereichsleiter Treasury der NBank, erklärt im Interview, warum das nicht nur für die NBank selbst eine sehr gute Nachricht ist – sondern auch für die Unternehmen und Kommunen in Niedersachsen.